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Nach gescheitertem Volksbegehren nicht zur Tagesordnung zurück!

06.01.2018, Medienmitteilung

Die Landeselterninitiative für Bildung warnt davor, nach dem Scheitern des Volksbegehrens für G9 an Gymnasien in der Landespolitik zur Tagesordnung zurückzukehren. "Unsere aktuelle Auswertung von Kennzahlen zur Bildungspolitik zeigt, dass das Land erheblichen Nachholbedarf bei Investitionen in Bildung hat. Nichts Großes entsteht hier im Kleinen!", sagte Bernhard Strube, der Sprecher der Initiative. Allgemein gesehen stelle das Saarland (Land, Kreise, Kommunen) an öffentlichen Bildungsausgaben am zweitwenigsten von allen Bundesländern bereit. Mit seinen Ausgaben je Schüler liege es bei den Gemeinschaftsschulen auf dem drittletzten und bei den beruflichen Schulen auf dem zweitletzten Platz aller Bundesländer.

Erheblich verbesserungsbedürftig, so die Initiative, sei weiterhin die Betreuungssituation und damit auch die Möglichkeit des individuellen Lernens und Förderns an den Schulen. Bei den erteilten Unterrichtsstunden je Schüler liege das Saarland bei den Gymnasien zwar auf Platz 8, aber bei den Gemeinschaftsschulen nur auf Platz 13 unter den Bundesländern und bei den beruflichen Vollzeitschulen gar auf dem letzten Platz. In der Sekundarstufe I hätten rund 40 Prozent der Klassen an Gemeinschaftsschulen und über 41 Prozent der Klassen an Gymnasien 26 und mehr Schüler.

Dass im Saarland zu wenig in Bildung investiert werde, zeige sich auch bei den Bildungsabschlüssen, fanden die Eltern heraus. Im Jahr 2016 verließen im Saarland 662 Schüler das Schulsystem ohne Schulabschluss, das sind 6,9 % der Schulabgänger. Platz 10 unter den Bundesländern, schlechter als der Bundesdurchschnitt von 5,7 %.
Das Land habe mit 16 % den dritthöchsten Anteil junger Erwachsener im Alter von 20 bis 34 Jahre ohne abgeschlossene Berufsausbildung (Bundesdurchschnitt 13,4 %, bester Wert Sachsen 7,6 %).
Mit einer Quote von 32,5 % der Ausbildungsabbrüche sei das Land ebenfalls schlechter als der Bundesdurchschnitt (Bundesdurchschnitt 27,5 %, bester Wert Baden-Württemberg 23,4 %). Die Erfolgsquote bei den Prüfungen der dualen Ausbildung sei mit 85,6 % niedriger als im Bundesdurchschnitt (90,0 %).
15,9 % der Bevölkerung zwischen 18 und 25 Jahren im Saarland verfügten über keinen Abschluss im Sekundarbereich II. Dies sei der schlechteste Wert aller Bundesländer. (Bundesdurchschnitt 9,5 %, bester Wert: Bayern 5,6 %). Beim Anteil der 25- bis unter 65-Jährigen ohne beruflichen Abschluss und ohne (Fach)Hochschulreife liege das Saarland mit 18,3 % auf dem viertletzten Platz (Bundesdurchschnitt 14,9 %, bester Wert Sachsen 4,1 %).

Hinweis: Alle Angaben sind öffentlich zugänglichen Quellen entnommen. Stand 5.1.2018. Die umfangreichen Quellennachweise können in den Kennzahlen unter Downloads eingesehen werden.