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Bildungsforum zum Saarländischen Schulpreis

Mit der Reihe „Bildungsforum zum Saarländischen Schulpreis“ schaffen die Stiftung Demokratie Saarland und die Landeselterninitiative für Bildung in Kooperation mit der Landesschülervertretung, der Gesamtlandeselternvertretung sowie dem Landesinstitut für Pädagogik und Medien einen Ort, an dem jenseits von ideologischen Grabenkämpfen eine pragmatische und zugleich phantasievolle, zukunftsweisende Debatte über Schule und Unterricht, Erziehung und Bildung geführt wird.

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„Bildung - Schlüssel zur Teilhabe an der Gesellschaft“

Mittwoch 23. November 2016, 18-21 Uhr
Politische Akademie der Stiftung Demokratie Saarland (Europaallee 18, 66113 Saarbrücken)

Ein breites Bündnis lädt ein zu Vortrag und Dialogen über die Herausforderungen für Politik und Schule zum Gelingen der Integration. Diskutieren Sie mit, bringen Sie Ihre Forderungen an!

Es wirken mit
Prof. Dr. Hans Anand Pant, Leiter Deutsche Schulakademie
Ulrich Commerçon, Minister für Bildung und Kultur
Vertreterinnen und Vertreter von Schulgemeinschaften sowie von Ramesch e.V.

Moderation
Oliver Schwambach, Leiter der Redaktion Landespolitik/Region der Saarbrücker Zeitung

Veranstalter
Stiftung Demokratie Saarland und Landeselterninitiative für Bildung e.V. in Zusammenarbeit mit Landesschülervertretung, Gesamtlandeselternvertretung, Landesinstitut für Pädagogik und Medien, Saarländischem Lehrerinnen- und Lehrerverband, Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft sowie Ramesch – Forum für interkulturelle Begegnung e.V.

Zum Thema:
Die verstärkte Einwanderung von Kindern und Jugendlichen mit Fluchterfahrungen hat eine gewisse Hilflosigkeit offenbart: Langfristige und systemweit verbreitete Konzepte eines produktiven Umgangs mit sprachlicher, religiöser und kultureller Vielfalt in Schulen wurden nicht konsequent entwickelt. Auch die Bildungsforschung hilft hier nicht sehr. So scheint es - neben der Tatsache, dass das Land zusätzliche Lehrkräfte eingestellt hat - noch vor allem in die Anstrengungen der Schulgemeinschaften und ihres Umfeldes gestellt, die zugespitzte Herausforderung zu meistern. Wie organisieren Schulen es am besten, geflüchtete Kinder am Unterricht sinnvoll teilnehmen zu lassen. Wie sollten Eltern und außerschulische Partner eingebunden werden? Was können (oder sollen?) Schulen zur Förderung stabiler Sozialkontakte und zur notwendigen Auseinandersetzung über kulturell geprägte Norm- und Wertunterschiede beitragen? Die Herausforderungen reichen aber über die Schulen hinaus: Was müssen die Institute der Lehrerfortbildung ändern, wie muss gar die Lehrerausbildung an den Universitäten verändert werden, um jetzige und zukünftige Lehrer auf die zunehmende Vielfalt in deutschen Klassenzimmern fachlich und pädagogisch vorzubereiten? Was muss die Politik tun, um den komplexen Vorgang der Integration von Kindern und Jugendlichen mit Fluchterfahrung und traumatisierenden Erlebnissen kurz-, mittel- und langfristig zu gestalten?
Das Bildungsforum soll auf Fragen dieser Art Antworten finden.

Das Plakat zum Bildungsforum steht hier zum Download zur Verfügung.

Wir bitten um Anmeldung bei Stiftung Demokratie Saarland, Saskia Guthörl, sg@sdsaar.de.

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„Inklusion in Schulen – Voraussetzungen ihres Gelingens“

Montag 12. Mai 2014, 18.30-20.00 Uhr, Aula der Stadt Sulzbach (Gärtnerstraße 12)

Mit:
Ulrich Commerçon, Minister für Bildung und Kultur des Saarlandes
Susanne Rammenzweig-Fendel, Rektorin der Grundschule Gau-Odernheim (Rheinland-Pfalz) – die Schule ist Preisträger des Deutschen Schulpreises 2013
Moderator: Norbert Klein, Chefredakteur Fernsehen des Saarländischen Rundfunks

Mitveranstalter des Forums sind diesmal die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft Saarland und der Saarländische Lehrerinnen- und Lehrerverband.
Die Veranstaltung ist öffentlich. Der Flyer zur Veranstaltung steht hier zum Download zur Verfügung.

Artikel 24 der UN-Behindertenrechtskonvention bestimmt: „Die Vertragsstaaten stellen sicher, dass Menschen mit Behinderungen nicht aufgrund von Behinderung vom allgemeinen Bildungssystem ausgeschlossen werden und dass Kinder mit Behinderungen nicht aufgrund von Behinderung vom unentgeltlichen und obligatorischen Grundschulunterricht oder vom Besuch weiterführender Schulen ausgeschlossen werden.“ Es sollen „wirksame individuell angepasste Unterstützungsmaßnahmen in einem Umfeld, das die bestmögliche schulische und soziale Entwicklung gestattet, angeboten werden.“ Die Regierungskoalition aus CDU und SPD will vom kommenden Schuljahr an diese Vorgabe umsetzen. Seit der Vorstellung ihres Vorhabens weht ihr der Wind ins Gesicht: zu wenig Zeit für Vorbereitung, Beratung und Teamarbeit; zu wenig Förderlehrerstellen. Nur in dem Maß, wie für Kinder mit sonderpädagogischem Unterstützungsbedarf die pädagogischen und sonstigen erforderlichen Rahmenbedingungen geschaffen werden, kann aber die an sich begrüßenswerte Intention der Regierung gelingen.
Das Bildungsforum widmet sich den Fragen, die Lehrerinnen und Lehrer sowie Eltern auf der Zunge brennen. Es will die Öffentlichkeit aber auch ins Bild setzen, wie Inklusion gelingen kann. In einem moderierten Gespräch stellen sich der Bildungsminister und die Leiterin einer mit dem Deutschen Schulpreis ausgezeichneten Grundschule den Fragen von Saarländischem Lehrerinnen- und Lehrerverband, Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft und Landeselterninitiative für Bildung.

Bildungsminister Ulrich Commerçon: „Mit dem Gesetzentwurf beschreiten wir im Saarland den ersten Schritt auf dem Weg zu einem inklusiven Schulsystem. Inklusion ist ein gesamtgesellschaftlicher Prozess des Ermöglichens und des Mitnehmens, der über mehrere Generationen verlaufen wird. Damit dieser Weg allerdings erfolgreich eingeleitet werden kann, müssen wir die entscheidenden Schritte heute gehen und die Potenziale für eine gerechtere Gesellschaft im Blick haben. Durch die UN-Behindertenrechtskonvention ist Inklusion nicht ins Belieben der Politik gestellt. Vielmehr ist sie in Deutschland geltendes Recht und verpflichtet die Bundesländer dazu, geeignete Maßnahmen zu ergreifen, um ein inklusives Bildungssystem zu entwickeln. Mit dem Gesetzentwurf tragen wir jedoch den Erfahrungen anderer Bundesländer Rechnung. Die Umsetzung der Konvention braucht Zeit. Wir gehen einen behutsamen und nachvollziehbaren Weg.“

Für die Grundschule Gau-Odernheim ist Vielfalt eine Herausforderung. Die Schule macht daraus eine Stärke: Sie setzt gezielt auf Inklusion, darum lernen an ihr Kinder mit und ohne Behinderung zusammen. Gemischt sind die Jahrgänge auch im Alter. Kinder von sechs bis zehn Jahren lernen zusammen, voneinander, übereinander. Die Schule nennt dies „begabungsgerechten Unterricht“. Susanne Rammenzweig-Fendel, die Leiterin der Schule: „Es dauert nicht ‚Generationen’, bis man etwas verändert hat. Einfach mal anfangen und ‚machen’. Es braucht für die neue Herausforderung, eine Schule für alle zu sein und Kinder mit besonderem Unterstützungsbedarf aufzunehmen, aber vor allem eine entsprechende Geisteshaltung der Kollegen, viel Mut und eine gehörige Portion Leidenschaft – und das Wissen: am Ende des Tages geht es um KINDER.“

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„Die neue Lernkultur – vom Gehirn aus gesehen“

Montag 26. November 2012, 19-21 Uhr, Integrierte Gesamtschule/Sophie-Scholl-Gemeinschaftsschule, Industriestraße 40, 66763 Dillingen

Referent: Prof. Dr. Ulrich Herrmann, Tübingen

Die Veranstaltung ist öffentlich. Der Flyer zur Veranstaltung steht hier zum Download zur Verfügung.

Nachdem in den letzten Jahren Schularten und Bildungswege im öffentlichen staatlichen Schulsystem kräftig durchgeschüttelt worden sind, zugleich aber Schulpreise wie der Deutsche und auch der Saarländische Schulpreis die Frage nach der Qualität von Schule und Unterricht in den Vordergrund gerückt haben, ist die Frage der „neuen Lernkultur“ unabweisbar geworden: Wie kann erfolgreiches nachhaltiges Lernen angebahnt und auf Dauer gesichert werden? Die Erfahrungen dazu aus dem Alltag guter Schulen sind nicht ohne weiteres in andere Schulumwelten übertragbar. Außerdem zeigen sie in der Regel zwar alternative Lehr-Lern-Arrangements und deren Ergebnisse, aber kaum etwas über die Lernprozesse selbst. Hier sind einige Einsichten der aktuellen Neurowissenschaften hilfreich. Neuronale Prozesse, die wir Lernen nennen, laufen nach Regeln und unter Bedingungen ab, die man kennen und beachten muss, wenn diese Lernprozesse erfolgreich sein sollen. Gleiches gilt für die Überprüfung des Gelernten. Außerdem vollzieht jedes einzelne Gehirn aufgrund seiner spezifischen Wissensbestände je individuelle Prozesse der Informationsverarbeitung. Individualisierung des Lernens als Kern der „neuen Lernkultur“ bedeutet im Grunde nichts anderes, als diesem Umstand Rechnung zu tragen.

Der Vortrag von Prof. Ulrich Herrmann erläutert an ausgewählten Aspekten – u.a. Motivation, Kooperation, Gedächtnis, Belohnung und Lernerfolg –, was Einsichten der Neurowissenschaften zur Gestaltung von nachhaltigem Lernen beitragen können.

Prof. Dr. Ulrich Herrmann hat Germanistik, Geschichtswissenschaft, Pädagogik, Philosophie und Politikwissenschaft an den Universitäten Heidelberg und Köln studiert und sich 1975 für das Fach Erziehungswissenschaft an der Universität Tübingen habilitiert. Dort war er 17 Jahre Professor für Allgemeine und Historische Pädagogik, danach zehn Jahre an der Universität Ulm Professor für Schulpädagogik. Lehraufträge führten ihn an die Universitäten Bern und Zürich. Er war Mitglied der Jury des Saarländischen Schulpreises, ist Mitglied des Gründungssenats und Honorarprofessor der Universität Potsdam und arbeitet als Redaktionsmitglied der baden-württembergischen Lehrerzeitschrift „Lehren und Lernen“. Seine derzeitigen Arbeitsschwerpunkte sind Schulpolitik und -entwicklung, Jugendkulturen im 20. Jahrhundert, Neurowissenschaften und Pädagogik.

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„Die soziale und pädagogische Aufgabe der Gemeinschaftsschule - und: Konsequenzen für die Politik“

Donnerstag 3. November 2011, 19 Uhr, Katharine-Weisgerber-Schule - Erweiterte Realschule Saarbrücken-Klarenthal, Außenstelle Gersweiler, Krughütter Straße 94

Referent:
Hermann Rademacker, Diplompädagoge

Die Veranstaltung ist öffentlich. Mitveranstalter dieses Forums sind zudem die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft Saarland sowie die Gemeinnützige Gesellschaft Gesamtschule.

Der Flyer zur Veranstaltung steht hier zum Download zur Verfügung. Die Präsentation des Referenten hier

Das saarländische Schulsystem steht vor einem Umbruch. Die bisherigen Schulformen Erweiterte Realschule und Gesamtschule werden ab dem Schuljahr 2012/2013 in eine neue Schulform, die Gemeinschaftsschule, übergeleitet. Diese Strukturentscheidung für die saarländische Schullandschaft ist für sich noch kein Meilenstein für die Qualität von Unterricht und Lernen an der neuen Schule; sie allein garantiert Chancengleichheit nicht. Wer die enge Kopplung zwischen sozialer Herkunft und schulischer Kompetenzentwicklung lockern und damit ungleichen Bildungschancen entgegenwirken will, braucht ein Bildungsverständnis, das die Gesamtheit des Bildungsgeschehens und damit auch die unterschiedlichen Ressourcen für die individuellen Bildungsprozesse in den unterschiedlichen Lebenswelten, in denen junge Menschen aufwachsen, in den Blick nimmt. Hier liegt die große Chance für die Gemeinschaftsschule: will sie diesen Anspruch einlösen, braucht sie die Verständigung mit den wichtigsten Akteuren des Bildungsgeschehens, also insbesondere der Familie und der Jugendhilfe. Dazu ist die Entwicklung einer Haltung der gemeinsamen Verantwortung für die gelingende Bildung  junger Menschen eine grundlegende Herausforderung. Für die Beziehungen zwischen Jugendhilfe und Schule als den öffentlichen Akteuren des Bildungsgeschehens bedeutet dies insbesondere, dass sie über Formen einer sozialraumbezogenen Zusammenarbeit sicherstellen, dass für junge Menschen alle Leistungen der Jugendhilfe wie der Schule bedarfsgerecht zur Verfügung gestellt werden. Dazu bedarf es geeigneter Formen der Verständigung und Kooperation sowohl auf der institutionellen Ebene wie auch zwischen den pädagogischen Professionen. Und es bedarf guter Rahmenbedingungen für die Gemeinschaftsschule.

Hermann Rademacker ist  Diplompädagoge. Er arbeitete von 1974 bis 2001 am Deutschen Jugendinstitut in München. Von 1984 bis 1990 gehörte er dem Bundesvorstand der Gemeinnützigen Gesellschaft Gesamtschule an. Schwerpunktthemen seiner Arbeit waren die Zusammenarbeit von Jugendhilfe und Schule und der Übergang von der Schule in Ausbildung. Die Entwicklung im Saarland hat er intensiv verfolgt und unter anderem in der Kommission für den Zweiten Saarländischen Kinder- und Jugendbericht (2000-2004) mitgearbeitet.
Kontaktdaten:
Hermann Rademacker
Agnesstraße 40, 80798 München
E-Mail: rademacker@t-online.de
Telefon: 089 282696  mobil: 0170 2859900

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"Gemeinsam statt isoliert - das Recht auf Miteinander in der Schule“

16. September 2010, 19 Uhr, Ganztagsgrundschule Rastpfuhl, Saarbrücken, Im Knappenroth (Ecke Eifelstraße)

Referenten:
Klaus Eberl, Oberkirchenrat der Evangelischen Kirche im Rheinland und Vize-Präses der EKD-Synode
Barbara Brokamp, Pädagogin, Montag Stiftung Jugend und Gesellschaft

Die Veranstaltung ist öffentlich. Mitveranstalter ist die Evangelische Kirche.

Der Flyer zur Veranstaltung steht hier zum Download zur Verfügung.

Das deutsche Schulsystem steht vor einem Umbruch. Am 1. Januar 2009 ist in unserem Land die Konvention der Vereinten Nationen von 2006 über die Rechte der Menschen mit Behinderungen Gesetz geworden. Sie garantiert allen Schülern mit einem geistigen oder körperlichen Handicap das Recht, zusammen mit nicht behinderten Gleichaltrigen unterrichtet zu werden. Ein unmittelbar geltendes und gerichtlich einklagbares Recht auf gemeinsames Lernen, auf „inklusive Bildung“. Dazu im Widerspruch geht das Schulsystem bis heute mit seinen tief greifenden Selektionsmechanismen von den Interessen der Institutionen aus und entspricht damit nicht dem völkerrechtlichen Anspruch, vom Kind aus zu denken. Und im Übrigen: 2,6 Milliarden Euro pro Jahr geben die Bundesländer für zusätzliche Lehrkräfte an Förderschulen aus. Trotzdem bleiben 77 Prozent der Förderschüler ohne Hauptschulabschluss. Nur wenige von ihnen schaffen den Sprung zurück auf eine allgemeine Schule. Je länger ein Schüler eine Förderschule mit dem Schwerpunkt Lernen besucht, desto ungünstiger entwickeln sich seine Leistungen. (Quelle: Studie der Bertelsmann Stiftung anhand von internationalen und nationalen Untersuchungen, November 2009).

Das Bildungsforum behandelt die ethischen und pädagogischen Gesichtspunkte einer inklusiven Bildung. Darüber hinaus wird der „Index für Inklusion“ vorgestellt, ein Unterstützungsangebot der Montag Stiftung Jugend und Gesellschaft für Bildungseinrichtungen, die sich zu einer Schule entwickeln wollen, die alle ihre Kinder und Jugendlichen willkommen heißt und Vielfalt wertschätzt.

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„Für gelingende Schulen! Mit einem 5. Grundschuljahr?“ - ein pädagogisches Streitgespräch

Dienstag 7. September 2010, 19 Uhr, Ludwigsgymnasium, Saarbrücken

In der Diskussion:
Minister Klaus Kessler (Bündnis 90/Die Grünen), Minister für Bildung des Saarlandes seit November 2009
Prof. Dr. Ulrich Herrmann, ehemaliger Professor für Pädagogik und Leiter des Seminars für Pädagogik an der Universität Ulm
Moderation:
Norbert Klein, Chefredakteur Fernsehen des Saarländischen Rundfunks

Hier zum Download der Flyer zur Veranstaltung (PDF-Datei).

Ein pädagogisches Streitgespräch um den besseren Weg bietet die Reihe Bildungsforum zum Saarländischen Schulpreis am 7. September 2010, 19 Uhr, in Ludwigsgymnasium Saarbrücken (Stengelstraße 31).  Es diskutieren Bildungsminister Klaus Kessler (Bündnis 90/Die Grünen) und Prof. Dr. Ulrich Herrmann, ehemaliger Professor für Pädagogik und Leiter des Seminars für Pädagogik an der Universität Ulm. Moderiert von einem erfahrenen Journalisten: Norbert Klein, Chefredakteur Fernsehen des Saarländischen Rundfunks. Die Veranstaltung ist öffentlich. Das Publikum wird in die Debatte einbezogen.

Im Saarland hat die seit November 2009 regierende Koalition aus CDU, FDP und Bündnis 90/Die Grünen in ihrem Koalitionsvertrag die fünfjährige Grundschule geboren. Sie soll ab dem Schuljahr 2012/2013 das verlängerte gemeinsame Lernen ermöglichen. Kaum ein Vorhaben der sog. Jamaika-Koalition ist so umstritten wie das 5. Grundschuljahr. Welche Auswirkungen hat diese strukturelle Veränderung im Schulsystem? Schafft sie neue Probleme statt bessere Übergänge? Ist sie geeignet, Übergangsentscheidungen sicherer zu machen, oder verschiebt sie diese um ein Jahr? Kann die  Bildungsbenachteiligung auf diese Weise gemildert werden?  Welche Mittel und Kräfte würden dafür benötigt? Wären sie nicht besser direkt in die Qualität des Lernens investiert?

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Qualitätsmerkmale einer guten Bildungsplanung am Beispiel Finnlands

Referent: Rainer Domisch, Counsellor of Education beim Zentralamt für Unterrichtswesen in Finnland
26. August 2009, 19 Uhr, Gesamtschule Sulzbachtal in Dudweiler


Der Flyer zur Veranstaltung steht hier zum Download zur Verfügung.


Im Dezember 2001 wurden die Ergebnisse der ersten PISA-Studie der OECD veröffentlicht. Seitdem ist international eine rege Diskussion über Schulsysteme, Faktoren für Lernerfolge, gelungene Schulreformen und versäumte bildungspolitische Chancen in Gang gekommen. Finnland hat in allen Bereichen der gemessenen Lernergebnisse einen internationalen Spitzenplatz eingenommen. Diese Erfolge  kommen nicht von ungefähr. Sie sind Ergebnisse einer entschlossenen und zukunftsgerichteten Reformpolitik seit den 60er und 70er Jahren des letzten Jahrhunderts. Damals nahm man Abschied von einem parallelen und gegliederten Schulsystem, das heute noch in Deutschland existiert und das von einer frühen Selektion nach der vierten Grundschulklasse gekennzeichnet war.  Die Peruskoulu, eine gemeinsame Schule für unterschiedliche Lerner, besuchen seit über 30 Jahren alle Kinder und Schüler bis zum Ende der 9. Klassenstufe. Kennzeichen dieser Schulform sind die fest verankerte individuelle Förderung aller Schülerinnen und Schüler, eine Lernkultur der Wertschätzung und das Prinzip “Kein Kind darf zurückgelassen werden”.
Die Leitgedanken der finnischen Bildungsplanung orientieren sich an den Fixpunkten Qualität, Gerechtigkeit und Effizienz. Seit Jahrzehnten herrscht nach heftigen Auseinandersetzungen zu Beginn der Schulreform ein gesellschaftlicher Konsens über das bewährte Schulsystem.

Rainer Domisch hat nach dem Studium (Deutsch/Englisch) von 1969-1979 in Baden-Württemberg als Lehrer, Mitglied in verschiedenen Lehrplankommissionen und in der Lehrerfortbildung gearbeitet. 1979-1989 war er Entsandter Lehrer, Fachleiter für Deutsch, an der Deutschen Schule Helsinki und international in der Lehrerfortbildung tätig. Nach zwei Jahren im innerdeutschen Schuldienst kehrte er 1991 nach Finnland zurück als Fachberater für Deutsch in Finnland im Rahmen der Kulturpolitik des Auswärtigen Amtes der Bundesrepublik Deutschland. Auf Einladung des finnischen Unterrichtsministeriums übernahm er 1994 Aufgaben im finnischen Zentralamt für Unterrichtswesen (Finnish National Board of Education): Vorsitzender der Lehrplankomissionen Deutsch, Lehrbuchautor, landesweite Fortbildung der finnischen Deutschlehrer, Mitarbeit bei der Entwicklung der finnischen Rahmenlehrpläne/Standards und in der Abteilung für Bildungsplanung und Schulentwicklung. Im Jahr 2000 wurde er für seine Arbeit im Bereich der schulischen Bildung von der finnischen Staatspräsidentin Tarja Halonen mit dem Ritterorden des Finnischen Löwen ausgezeichnet. Seit 2002 ist Rainer Domisch als Counsellor of Education im Zentralamt für Unterrichtswesen zusätzlich verantwortlich für verschiedene internationale Schulprojekte.

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Berufsschulen – Stiefkinder der Bildung?

14. Mai 2009, 19 Uhr, Wirtschaftsschulen Saarbrücken, Standort Wirtschaftsgymnasium, Vorstadtstraße 36
Statements zur aktuellen Situtation:
Birgit Müller-Closset, Oberstudienrätin, Wirtschaftsschulen Saarbrücken
Birgit Jenni, Studienrätin, Dr. Walter-Bruchschule St. Wendel
Hermann Dejon, Studienrat, Techn.-gewerbliches Berufsbildungszentrum Neunkirchen
Vortrag „Schulentwicklung kann gelingen“
Prof. Dr. Rolf Arnold, Technische Universität Kaiserslautern

Der Flyer zum Forum steht hier zum Download zur Verfügung.

Birgit Müller-Closset: „Die soziale Schieflage des Schulsystems zeigt sich besonders bei uns: Jugendliche mit Migrationshintergrund, benachteiligte und lernschwächere Jugendliche mit mittlerem Bildungsabschluss haben erhebliche schulische Probleme in der Fachoberschule. insbesondere in den allgemeinbildenden Fächern Deutsch, Mathematik und erste Fremdsprache.“

Birgit Jenni: "Landesweit mehr als 1 800 Wochenstunden Unterrichtsausfall, fachfremder Unterricht, ständig Prüfungen in verschiedenen Schulformen, Zusammenlegung der Berufsbildungszentren, Raumnot, überaltertes Kollegium, viele Schüler nutzen die beruflichen Schulen als Warteschleife: die Situation ist nicht mehr hinnehmbar!"

Hermann Dejon: "Lehrer müssen darauf achten, dass Schüler nicht gedemütigt werden, dass ihnen nicht in ehrverletzender Weise ihre Schwächen vorgeführt werden und dass sie nicht der Lächerlichkeit preisgegeben werden. Aber es müssen auch die Fragen erlaubt sein, was machen Schüler mit uns, wie erhalten wir unser Selbstwertgefühl, wie steht es um den psychischen Zustand der Lehrer? Auch ein Thema für Schulentwicklung."


Prof. Dr. Rolf Arnold
Schulentwicklung geschieht nicht im luftleeren Raum. Sie stellt vielmehr eine systemisch angemessene Reaktion auf die gewandelten Kompetenzanforderungen der modernen Gesellschaft dar. Indem diese mehr und mehr auf die Selbststeuerungsfähigkeit "setzen", kann auch Schule sich dieser Logik von Steuerung, Entwicklung und Gestaltung nicht entziehen. Der Weg zur "Eigenverantwortlichen Schule" geht über die spürbar gelebte Eigenverantwortlichkeit von Führungskräften, Lehrerinnen und Lehrern sowie Lernenden. Und im Kern der Schulentwicklung steht die Unterrichts- und Erziehungsentwicklung: Schule wandelt sich zum Ermöglichungsraum von Selbstentwicklung, wofür sie nicht nur eine neue Lernkultur, sondern auch eine gewandelte Form von Führung und Kooperation benötigt. Hierbei gilt: "Wenn Du etwas veränderst, verändert sich nichts. Denn jede Veränderung ist eine Selbstveränderung!" (H. Willke) - so die unbequeme Lehre  aus der systemischen Veränderungsforschung.
Der Vortrag  zeichnet diese  Begründungen einer modernen Schulentwicklung anhand der Erörterung dreier Fragen nach:
-    Welche Kompetenzen benötigt die moderne Gesellschaft?
-    Wie können sich diese Kompetenzen entwickeln?
-    Welche Konsequenzen ergeben sich für die Schul- und Unterrichtsentwicklung? 

Rolf Arnold, Prof.-Dr., Professor für Pädagogik (insbesondere Berufs- und Erwachsenenpädagogik) sowie Aufsichtsratsvorsitzender und Wissenschaftlicher Direktor des Distance and International Studies Center (DISC) an der Technischen Universität Kaiserslautern, Verwaltungsratsvorsitzender des Deutschen Instituts für Erwachsenenbildung (DIE/ Bonn) sowie systemischer Berater im nationalen und internationalen Rahmen (Schwerpunkt: Führungskräfte sowie Bildungssystementwicklung). Lehrtätigkeiten an den Universitäten Bern, Heidelberg und Klagenfurt.

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Welchen Beitrag muss die Schule zum Zusammenhalt der Gesellschaft leisten?

Referent: Prof. Dr. Helmut Willems, Universität Luxemburg
11. März 2009, 18:45 Uhr, Caféteria Erw. Realschule, Parkstraße 10, Sulzbach (zentral für die mitwirkenden Schulen Grundschule I Sulzbach - Mellinschule, Erweiterte Realschule Am Vopeliuspark, Theodor-Heuss-Gymnasium, im Rahmenprogramm Kulturbeiträge der 3 Schulen)

Der Flyer zum Forum steht hier zum Download zur Verfügung.

Ein zentraler Auftrag der Schule ist neben dem Erreichen von definierten Bildungsstandards und formalen Schulabschlüssen die Vorbereitung und Hinführung auf spätere berufliche Funktionen in der Gesellschaft. Schule muss auch auf das Erwachsenenleben und eine erfolgreiche gesellschaftliche Teilhabe sowie soziale Positionierung vorbereiten. Daneben wird die Schule heute immer mehr zu einer Erziehungs- und Betreuungseinrichtung. Dort wo Familien die Erziehung und Betreuung ihrer Kinder nicht (mehr) leisten, kommt anderen Institutionen und hier insbesondere der Schule Verantwortung zu. Zu ihren Aufgaben gehört daher auch die Vermittlung von Werten, Normen und Legitimationsmustern sowie die Ausbildung sozialer Kompetenzen. Inwiefern verändert dies Schule und muss sie verändern? Der Bildungsort Schule herausgefordert, seine gesellschaftliche Funktion erweitert? Diesen Fragen geht Prof. Helmut Willems in seinem Vortrag und der anschließenden Diskussion nach.

Prof. Dr. Helmut Willems, Universität Luxemburg, ordentlicher Professor für Soziologie; seit vielen Jahren in der Lehrerausbildung tätig; Vize-Direktor der Forschungsabteilung INSIDE (Interdisciplinary Research on Social and Individual Development) der Universität Luxemburg; Forschungsschwerpunkte Bildungssoziologie, Soziologie der Kindheit und Jugend, politische Soziologie und politische Bildung, Schule, Schulkultur und Gewalt.

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Schule: "Lebenraum statt 'Albtraum'!"

Referenten: Prof. Dr. Arnold Lohaus, Universität Bielefeld, Dorothee Lappehsen-Lengler, Lebensberatung Saarbrücken, Peter Balnis, Schulsozialarbeit Ganztagsgesamtschule Neunkirchen, und Dr. Gilbert Mohr, Universität des Saarlandes. In Zusammenarbeit mit dem Verband der Kinder- und Jugendärzte.
15. November 2008, 9 bis 13 Uhr, Saarbrücken, Europa-Jugendherberge

Das Bildungsforum am 15. November 2008 hat ein zentrales Anliegen von Schülern und Eltern, auch von Kinder- und Jugendärzten aufgegriffen: Schule als Lebens- und Erfahrensraum statt „Albtraum“. Welche Rahmenbedingungen braucht Atmosphäre für Lernen? Wie müssen Schulen als Lebensorte aussehen, die zum Lernen Zeit lassen, in denen Lust und Leistung, Selbstständigkeit und Zusammenarbeit kein Widerspruch sind? Auf diese Fragen antworteten Referenten aus Wissenschaft und Praxis. Teilnehmer und Referenten verabschiedeten einen Appell für gelingende Schulen an die Öffentlichkeit und die Politik. Die Reihe „Bildungsforum zum Saarländischen Schulpreis“ wird veranstaltet von der Stiftung Demokratie Saarland und der Landeselterninitiative für Bildung in Kooperation mit der Gesamtlandesschülervertretung. Parallel zur Ausschreibung des Preises. Mitveranstalter des aktuellen Forums war zudem der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte e.V. (BVKJ), Landesverband Saar.

Der "Saarbrücker Appell für gelingende Schulen" an die Öffentlichkeit und die Politik sowie Informationen zur Veranstaltung und den Referenten stehen hier zum Download und zum Verteilen zur Verfügung.

Weiterhin sind zum Download verfügbar:

"Psychosoziale Belastungen von Kindern und Jugendlichen im Lebensraum Schule" - Präsentation Prof. Dr. Arnold Lohaus, Universität Bielefeld

"Praxis Lebensberatung" - Präsentation Dorothee Lappehsen-Lengler, Psychologische Psychotherapeutin Lebensberatung Saarbrücken

"Praxis Schulsozialarbeit" - Vortrag Peter Balnis, Dipl. Sozialwisenschaftler, Schulsozialarbeit an der Ganztagsgesamtschule Neunkirchen

"Schule mit Hirn": neurowissenschaftliche Befunde und ihre Konsequenzen für pädagogisches Handeln - Präsentation Dr. Gilbert Mohr, Universität des Saarlandes, Praxis für neuropsychologische Diagnostik und Rehabilitation, Saarbrücken

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Mehr Transparenz im Bildungssystem – Sollte die Lehrerbenotung im Internet nur der Anfang sein?

Referent: Bernd Dicks, Macher und Chefredakteur von spickmich.de und schulradar.de
10. September 2008, 19 Uhr, Saarlouis, Max-Planck-Gymnasium

Der Flyer zum Forum steht hier zum Download zur Verfügung.

Die Schülerplattform spickmich ist seit Februar 2007 aktiv und die Usergemeinde wächst rasant. spickmich ist Meinungsforum, virtueller Treffpunkt und Bewertungsplattform in einem. Über 800.000 Schüler sind auf der Plattform registriert, tauschen sich aus, chatten und bewerten inzwischen über 350.000 Lehrer. Mit Durchschnittsnote 2,7. Neben spickmich.de ist seit April 2008 auch schulradar.de im www zu finden. Die Seite für Eltern und Interessierte, die sich über Schulen in ihrem Umkreis informieren möchten. Wie auch bei spickmich lebt Schulradar von den Bewertungen der User. Wie ist die Schule ausgestattet, welche Veranstaltungen bietet sie an, wie qualifiziert sind die Lehrkräfte? Sowohl spickmich als auch Schulradar stehen seit ihrer Gründung aber nicht völlig kritiklos da. Anonyme Bewertungen seien nicht zuverlässig weil manipulierbar, im Übrigen auch nicht fair, da keine offene Diskussion geführt werde. Statt sich an Schulen kritisch auseinanderzusetzen und auch die eigene Position zu überdenken, gehe man bei der Internet-Nutzung einen feigen, unkontrollierbaren und nicht selten menschlich sehr verletzenden Weg, m-nieren vor allem Lehrerverbände. Dabei bieten sowohl spickmich als auch Schulradar im Netz die bis jetzt einzigartige Möglichkeit, das Schulsystem transparenter zu machen. Wie wichtig Transparenz im Schulsystem ist, zeigte die letzte Aktion von spickmich: Anhand einer Umfrage unter registrierten Abiturienten wurden gravierende Mängel am Zentralabitur in NRW deutlich. Besonders in Mathe führten fragwürdige Aufgaben dazu, dass ganze Leistungskurse in die Nachprüfung mussten. Durch den öffentlichen Druck lenkte das NRW Schulministerium ein und bot den betroffenen Abiturienten an, die Klausur neu zu schreiben.

Bernd Dicks, geb. 1982, studiert Politik, Soziologie und Medienwissenschaften an der Uni Düsseldorf und ist freier Journalist beim WDR-Jugendradio »1LIVE«. Als Macher und Chefredakteur von spickmich.de und schulradar.de hat er u.a. auch das Buch „Lehrer. Eine Gebrauchsanweisung" geschrieben.

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Jeder Schüler ist anders… Vielfalt wertschätzen - individuelles Lernen fördern: Können wir von der nordischen Kultur lernen?

Referentin: Prof. Anne Ratzki, Honorarprofessorin an der Universität Paderborn
21. Februar 2008, 19 Uhr, Erweiterte Realschule St. Wendel, Willi-Graf-Straße 3

Warum fällt es Lehrerinnen und Lehrern in Deutschland so schwer, mit der Heterogenität der Kinder umzugehen. Schon bei PISA 2000 klagten die deutschen Lehrkräfte am meisten über die Heterogenität ihrer Schüler, obwohl sie die homogensten Schülergruppen weltweit hatten. Welche Auswirkung hat diese Einstellung auf die Schülerinnen und Schüler? Blicke in die Lernkultur von Finnland und Schweden zeigen verschiedene Möglichkeiten des Umgangs mit Vielfalt, die diese Länder in mehr als 40 Jahren gemeinsamer Schule entwickelt haben. Grundlage des Vortrags sind die Ergebnisse eines dreijährigen Comenius-Projekts „European Mixed Ability and Individualised Learning“, in dem internationale Teams Schulen und Unterricht in fünf Ländern besucht und Interviews mit Schülern und Lehrern durchgeführt haben. Die Referentin stellt verschiedene Konzepte und Methoden des individuellen Lernens und der individuellen Förderung vor. Ein Filmausschnitt gibt einen Eindruck, wie individualisierender Unterricht ablaufen kann.
Können wir und was können wir von den Erfahrungen unseren nordischen Nachbarn lernen? Was würde dies für die Beteiligten bedeuten – für die Schüler, die Lehrkräfte, die Eltern? Was kann die einzelne Schule davon umsetzen? Was könnte die Politik lernen für die Lösung der drängenden bildungspolitischen Probleme wie Abhängigkeit des Schulerfolgs von der sozialen Lage der Eltern, wie mangelhafte Förderung und Integration von Kindern mit Migrationshintergrund, wie fehlende Einbeziehung Behinderter?

Anne Ratzki unterrichtete als Lehrerin für Deutsch und Englisch an verschiedenen Kölner Gymnasien und an der Gesamtschule Köln-Holweide. Ab 1970 leitete sie das Gymnasium Holweide und ab 1975 bis 1995 die Gesamtschule Holweide. Anschließend wechselte sie als Dezernentin für Gesamtschulen zur Bezirksregierung Köln. Seit 1992 war sie zusätzlich als Lehrbeauftragte an der Universität Köln tätig mit den Schwerpunktthemen Integration und Gesamtschule.
Von 1988 bis 1993 war sie Bundesvorsitzende der Gemeinnützigen Gesellschaft Gesamtschule (Gesamtschulverband). Sie ist Vorsitzende des Instituts zur Förderung der Teamarbeit e.V. und unterrichtet als Honorarprofessorin an der Universität Paderborn im Studienprofil Heterogenität.
Studienreisen und Schulbesuche führten sie nach Finnland, Norwegen, Schweden, Südtirol, Kanada, Australien, USA. Sie leitete Studienseminare vor Ort in Finnland, Schweden und Südtirol. Von 2003 bis 2006 nahm sie am Comenius Projekt European Mixed Ability and Individualised Learning teil. Aktuelle Arbeitsschwerpunkte: internationale Schulentwicklung, individuelles Lernen in heterogenen Schülergruppen, Teamarbeit als Motor von Schulentwicklung.

Der Vortragstext steht hier zum Download zur Verfügung.

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Ganztagsschule – Chancen für die Entwicklung von Lernkultur und Förderung

Referent:  Prof. Dr. Heinz Günter Holtappels, Mitglied der Leitung des Instituts für Schulentwicklungsforschung, Universität Dortmund
8.11.2007, 19:30 Uhr - Ganztagsgesamtschule in Neunkirchen, Haspelstraße

Warum ganztägige Schule für Kinder? Nutzen und Wirkungen von Ganztagsschulen? Besonderheiten der Pädagogik und Lernkultur?  Vor- und Nachteile gegenüber freiwilliger Ganztagsbetreuung? Formen und Möglichkeiten der Kooperation mit anderen Trägern im Rahmen der Öffnung von Schule?  Diesen Fragen geht Prof. Holtappels in seinem Vortrag nach. Die Nachfrage der Wirtschaft nach formal höheren und qualitativeren Bildungsabschlüssen und die soziale Situation der Gesellschaft mit Armut, ökonomischer Unsicherheit und veränderten Erwerbs- sowie Familienstrukturen machen es notwendig, ein Netz von Ganztagsschulen aufzubauen. Die Wirtschaft weiß es längst, viele Bildungsminister noch nicht. So lautet seine Kernbotschaft. Deutschland müsse seine in den Studien PISA, IGLU und TIMSS aufgezeigten Defizite sowie problematische Erziehungsformen von Eltern durch mehr pädagogisch gestaltete Lernzeit ausgleichen. Ein beträchtlicher Teil der Schüler, besonders die lernschwächeren, würden mit der bislang entwickelten Lernkultur und Unterrichtsgestaltung nicht ausreichend wirksam erreicht. Hinzu komme, dass Hartz IV ein großes Tor aufgemacht habe zu noch mehr Chancenungerechtigkeit. Nach einer repräsentativen Umfrage seines Instituts für Schulentwicklungsforschung, Universität Dortmund, hielten über 90 % der Eltern Gemeinschaftserfahrungen und soziales Lernen, fachliche Unterstützung zur Förderung der Schulleistung, zusätzliche Wahlfächer und Lernangebote sowie ein vielfältiges Angebot an Sport, Spiel und Freizeit in Ganztagsschulen für besonders wichtig.
Zusammen mit Prof. Dr. Eckhard Klieme, Leiter des Deutschen Instituts für Internationale Pädagogische Forschung in Frankfurt, und Prof. Dr. Thomas Rauschenbach, Direktor des Deutschen Jugendinstituts in München, untersucht Prof. Holtappels zurzeit im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung und Forschung und in Abstimmung mit 14 Ländern Ausbau, Nutzung und Wirkungen von Ganztagsangeboten. Erste Ergebnisse der „Studie zur Entwicklung von Ganztagsschulen (StEG)" werden vorgestellt. Leider beteiligt sich das Saarland nicht an der Studie (ebenso nicht Baden-Württemberg).

Der Vortragstext steht hier zum Download zur Verfügung, die Präsentation des Referenten hier.

Heinz Günter Holtappels: Dr.rer.soc., Dipl.Soz.Wiss., arbeitete von 1980 an in der Schulforschung an den Universitäten Wuppertal, Dortmund, Essen, Osnabrück und Bielefeld. 1996 bis 2001 war er Universitätsprofessor für Schulpädagogik an der Hochschule Vechta. Seit 2001 ist er Universitätsprofessor für Erziehungswissenschaft, Schwerpunkte Bildungsmanagement und Evaluation, an der Universität Dortmund, Institut für Schulentwicklungsforschung (IFS). Seine Arbeitsschwerpunkte sind Sozialisations- und Schultheorie, Bildungs- und Schulforschung; schulbezogene Beratung und Fortbildung, Organisationsentwicklung und Evaluation.
Im Internet: www.ifs-dortmund.de

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Was ist eine gute Schule? – ein Beitrag zum Diskurs über Erziehung und Bildung

Referentin: Dr. Annemarie von der Groeben
27. Juni 2007, 19:30 Uhr, Ludwigsgymnasium in Saarbrücken

Was ist eine gute Schule? Woran erkennt man sie? Was können und was müssen heutige Schulen tun, um Kindern und Jugendlichen zu helfen, in dieser Welt erwachsen zu werden und ihr später gewachsen zu sein? Was können und müssen sie tun, um den Kindern und Jugendlichen in ihrer Unterschiedlichkeit gerecht zu werden und ihnen allen eine verlässliche Grundbildung zu vermitteln? Schulen haben es, ob wie wollen oder nicht, mit den Auswirkungen von massiven gesellschaftlichen Veränderungen zu tun. Auf der anderen Seite werden die Leistungsanforderungen immer höher, die staatlichen Kontrollen verschärft, der Ruf nach Elite wird immer lauter. Wie können Schulen diesem "Spagat" standhalten?

Dr. Annemarie von der Groeben, Ehrendoktorin der Universität Bielefeld, Mitglied der Redaktion der Zeitschrift „Pädagogik“ und bis 2006 Didaktische Leiterin der von Hartmut von Hentig gegründeten Laborschule Bielefeld gibt konkrete Antworten, die Schulen entwickelt haben.

Der Vortragstext steht hier zum Download zur Verfügung.