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Unsere Motivation - Wir wollen eine bessere Bildung unserer Kinder!

 

Was wir tun? Initiative ergreifen - Probleme öffentlich machen - Bildungspolitik konstruktiv kritisch begleiten. Und vor allem: uns einsetzen für gelingende Schulen!

Zur Information über uns steht Ihnen auch unser Flyer zu Verfügung, hier zum Download


In einer Krise unserer Gesellschaft durch Globalisierung, Individualisierung und Medialisierung ist das Saarland als politische Einheit durch die aktuellen sozialen und ökonomischen Tiefenströmungen sowie den Strukturwandel besonders gefährdet. Bildung in unserer tief in der europäischen Geschichte verwurzelten Region muss deshalb stärker als anderswo Identität stiften, Mentalität modernisieren sowie Kompetenz und Selbstbewusstsein schaffen. Sie ist erste Aufgabe eines jeden Einzelnen von uns, unserer Gesellschaft und der Politik im Saarland.

Am 7. September 2006, dem Vorabend des Weltbildungstages, haben die Mitglieder der „Landesinitiative Rettet die Grundschulen im Saarland!“ ihre Organisation in eine überparteiliche, gemeinnützige Bürgerinitiative überführt und die „Landeselterninitiative für Bildung“ gegründet (inzwischen als Verein in das Vereinsregister eingetragen und als gemeinnützig anerkannt).  Wir wollen uns für eine bessere Bildung der Kinder engagieren. Das ist notwendig geworden, denn die Landesregierung hat die Investitionen in Bildung und Kultur drastisch gekürzt. So sind z.B. gegen eine große Bürgerbewegung, organisiert von der Landesinitiative Rettet die Grundschulen, und gegen 30.000 Bürgerinnen und Bürger, die einen Antrag der Initiative für ein Volksbegehren unterstützt haben, 109 Grundschulen geschlossen, die Wege für die Kinder weiter und die Klassen größer gemacht worden: So sind z.B. die Haushaltsmittel des Saarländischen Staatstheaters in einer Höhe reduziert worden, dass es zur Schließung eines Hauses und Verringerung des Angebots kommen musste.

Wir meinen: In dem Maß werden das Saarland und die Region Zukunft haben, wie es gelingt, die Bildung von Kindern weiterzuentwickeln und Orte zu kultivieren, an denen Wissen, Kompetenzen und Ideen gedeihen. Kinder sollen Eigeninitiative, Unternehmensgeist, Teilhabe und Mitverantwortung sowie eine demokratische Kultur des Zusammenlebens erlernen und erleben. Dafür wollen wir aktiv eintreten und darüber hinaus Eltern ein offenes Forum schaffen, ihre eigene Kompetenz hierfür zu erweitern und einzubringen. Wir veranstalten Workshops, Vorträge, Expertengespräche, Vorführungen von Dokumentationen und öffentliche Diskussionen. Wir bieten den Schulmitbestimmungsgremien der Eltern, bildungspolitisch Verantwortlichen sowie Schulträgern und interessierten Organisationen unsere Zusammenarbeit an. 

 
Schulische Bildung im Saarland: mangelhaft

 

Die heutigen Fakten im Einzelnen:

 

a) Absteigerland bei Investitionen für Bildung

Der Anteil der öffentlichen Bildungsausgaben am Landeshaushalt 2017 ist mit 25,9 % der niedrigste aller Flächenländer (Durchschnitt westliche Flächenländer 39.9 %, östliche Flächenländer 35,2 %, Sollzahlen 2017).

Das Saarland (Land, Kreise, Kommunen) stellt an öffentlichen Bildungsausgaben am zweitwenigsten von allen Bundesländern bereit (1 279 € je Einwohner, Bundesdurchschnitt 1 516 €, Sollzahlen 2017). Bezogen auf die Bildung junger Menschen unter 30 Jahren liegt das Saarland auf dem drittletzten Platz aller Bundesländer (4 696 € je Einwohner unter 30 Jahren, Bundesdurchschnitt 5 068 €, Sollzahlen 2017).

(Quelle: Statistisches Bundesamt - Bildungsfinanzbericht 2017 im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung und Forschung und der Ständigen Konferenz der Kultusminister der Länder in der Bundesrepublik Deutschland - Anhang Seiten 115-118, Tabellen 3.2-1 - 3.3-1, Dezember 2017).

Nach den jüngsten Zahlen des Statistischen Bundesamtes liegt das Saarland auch im Jahr 2015 nach drittletzten und letzten Plätzen in den vergangenen Jahren mit den Ausgaben je Schüler in Höhe von 6 400 Euro auf dem viertletzten Platz und bleibt damit deutlich unter dem Durchschnitt der Bundesländer (6 900 €) und weit hin-ter der Spitze (Berlin 8 900 €).

Bezogen auf die Schulformen liegt das Saarland mit den Ausgaben je Schüler bei den Grundschulen zwar im Mittelfeld (mit 6 400 €; Bundesschnitt 6 000 €; Spitze Hamburg 9 500 €), aber bei den Gymnasien im hinteren Drittel (mit 7 500 €; Bundesschnitt 7 900 €; Spit-ze Berlin 9 900 €), bei den Gemeinschaftsschulen auf dem viertletzten (mit 7 800 €; Bun-desschnitt 8 000 €; Spitze Thüringen 9 900 €) und bei den beruflichen Schulen auf dem dritt-letzten Platz (mit 4 200 €; Bundesschnitt 4 700 €; Spitze Thüringen 6 700 €).

(Quelle: Statistisches Bundesamt, „Bildungsausgaben - Ausgaben je Schülerin und Schüler 2015“, 22. Februar 2018)


(Nachweise: Statistisches Bundesamt, Broschüre "Ausgaben je Schüler/-in an öffentl. Schulen", erschienen Februar 2018, und Veröffentlichungen der Jahre zuvor)

Die Jahresberichte des Rechnungshofes weisen aus, dass die Ausgaben für Lehrpersonal im Saarland im letzten vom Rechnungshof geprüften Jahr 2015 nur um 13,9% höher liegen als im Jahr 2000, dagegen sind es für Polizei 16,9% und für politische Führung 35,1% mehr.


(Quelle: Jahresberichte des Rechnungshofes des Saarlandes, erschienen 2001-2017)

b) Zu wenig Lehrerzeit für die Schüler 

Verbesserungsbedürftig ist weiterhin die Betreuungssituation und damit auch die Möglichkeit des individuellen Lernens und Förderns. Bei den erteilten Unterrichtstunden je Schüler liegt das Saarland bei den Grundschulen auf Platz 5, aber bei den Gemeinschaftsschulen nur auf Platz 13 unter den Bundesländern, bei den Gymnasien auf Platz 8.
Bei den Klassengrößen zeigt sich: Grundschulen: 20,7 Schüler je Klasse = 9. Platz unter den Bundesländern; Gymnasien: 25,0 = 5. Platz; Gemeinschaftsschulen 23,8 = 11. Platz.  

(Quelle: Statistisches Bundesamt „Bildung und Kultur“ Schuljahr 2016/17, Fachserie 11, Reihe 1, Tabellen 1.2, 2.2 und 3.5,  Dezember 2017)

In der Sekundarstufe I haben im Schuljahr 2017/18 im Saarland 41,3 % der Klassen an Gymnasien und 40,1 % der Klassen an Gemeinschaftsschulen 26 und mehr Schüler.

(Nachweis: Statistisches Amt Saarland, Sonderheft Allgemein bildende Schulen im Schuljahr 2017/18, Tabellen 3.3 und 7.3, Stand 6.12.2017)

Bei den erteilten Unterrichtstunden je Schüler liegt das Saarland bei den beruflichen Vollzeitschulen auf dem letzten Platz unter den Bundesländern. An beruflichen Vollzeitschulen kommen auf einen Lehrer rechnerisch 16,2 Schüler, der schlechteste Wert in Deutschland (Bundesdurchschnitt: 14).

(Nachweis: Statistisches Bundesamt „Bildung und Kultur“ Schuljahr 2016/17, Fachserie 11, Reihe 2, Tabelle 1.2, Oktober 2017)

Das Saarland hat 2015 an seinen Hochschulen mit 22,1 Studierenden pro Lehrkraft (Professoren, Lehrbeauftragte, etc.) bundesweit die zweitschlechteste Betreuungsrelation (bester Wert Baden-Württemberg 9,9, am Ende Nordrhein-Westfalen 26,0).

(Quelle: „Bildungsmonitor 2017“ des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln, Indikator Betreuungsrelation Hochschule)

c) Viel zu viel Nachhilfe wird gebraucht

Im Saarland müssen Eltern weit mehr Geld für Nachhilfe ausgeben und damit ein privat finanziertes Unterstützungssystem in Anspruch nehmen als in fast allen anderen Bundesländern (Aufwendungen je Schüler 129 €; Bundesdurchschnitt 108 €; nur in Baden-Württemberg und Hamburg müssen die Eltern mehr ausgeben, je 131 €).

(Quelle: Studie "Ausgaben für Nachhilfe – teurer und unfairer Ausgleich für fehlende individuelle Förderung" von Prof. em. Dr. Klaus Klemm und Annemarie Klemm im Auftrag der Bertelsmann Stiftung; erschienen Januar 2010)

d) Zu wenig erfolgreiche Schulabschlüsse

Das Saarland verzeichnet im Jahr 2015 mit 16 % den dritthöchsten Anteil junger Erwachsener im Alter von 20 bis 34 Jahre ohne abgeschlossene Berufsausbildung (Bundesdurchschnitt 13,4 %, bester Wert Sachsen 7,6 %).

(Quelle: „Datenreport zum Berufsbildungsbericht 2017“ des Bundesinstitut für Berufsbildung, Tabelle A11.2-3: 20- bis 34-Jährige ohne Berufsabschluss nach Ländern 2013 bis 2015, April 2017)

Im Jahr  2016 verließen im Saarland 662 Schüler das Schulsystem ohne Schulabschluss: 6,9 % der Schulabgänger und damit nur auf Rang 10 unter den Bundesländern, deutlich schlechter als der Bundesdurchschnitt von 5,7 %.

(Quelle: Statistisches Bundesamt „Bildung und Kultur“ Schuljahr 2016/17, Fachserie 11, Reihe 1, Tabelle 6.3, Dezember 2017)

Das Saarland ist an beruflichen Schulen im Jahr 2015 mit einer Quote von 32,5 % der Ausbildungsabbrüche schlechter als der Bundesdurchschnitt (Bundesdurchschnitt 27,5 %, bester Wert Baden-Württemberg 23,4 %). Die Erfolgsquote bei den Prüfungen der dualen Ausbildung war im Jahr 2015 mit 85,6 % niedriger als im Bundesdurchschnitt (90,0 %). Beim Anteil erfolgreicher Absolventen von Berufsfachschulen, Fachoberschulen und Fachschulen an allen Abgängern dieser Einrichtungen liegt das Saarland mit 80,6 % auf dem viertletzten Platz (Bundesdurchschnitt 80,5 %, bester Wert Hessen 95,7 %).

(Quelle: „Bildungsmonitor 2017“ des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln, Indikator Anteil vorzeitig aufgelöster Ausbildungsverträge, Indikator Erfolgreiche Absolventen beruflicher Vollzeitschulen)

Bei der Integration in den Arbeitsmarkt „gehört das Saarland zu den westdeutschen Flächenländern, in denen der Anteil an Ausbildungsabsolventen zwei Jahre nach Ausbildungsabschluss im Leistungsbezug, auf Arbeitssuche oder in einer weiteren Maßnahme der Arbeitsmarktintegration mit ca. 10 % am höchsten ausfällt. Von Problemen der Ausbildungs- und Arbeitsmarktintegration zeugt letztlich auch die Jugendarbeitslosenquote, die mit etwas über 8 % relativ hoch im Bundesländervergleich ausfällt.“ Im Saarland „wird die Herausforderung vor allem darin bestehen, Angebote in den wachsenden Beschäftigungsfeldern (Dienstleistung, IT) bereitzustellen. In diesem Zusammenhang ist die absolute Verengung des Berufsspektrums im Schulberufssystem auf Ausbildungen im Bereich Erziehung, Gesundheit und Soziales (konzentriert auf Ausbildungen im Gesundheitswesen) auch als Problem anzusehen. Diese Angebote stellen zuvorderst Angebote an Frauen dar; der Anteil der männlichen Neuzugänge am saarländischen Schulberufssystem ist mit 8 % deutlich unter dem Bundesmittel von 12 % und bildet den niedrigsten Wert im Ländervergleich. Das heißt, männliche Jugendliche nehmen die Angebote im Schulberufssystem im Saarland kaum als passende Ausbildungsmöglichkeit war.“

(Zitate aus dem „Ländermonitor berufliche Bildung 2017“ der Bertelsmann Stiftung, Dezember 2017)

Das Saarland verzeichnet für das Jahr 2015 im Vergleich zu den anderen Bundesländern zu viele frühe Schulabgänger; 15,9 % der Bevölkerung zwischen 18 und 25 Jahren verfügen über keinen Abschluss im Sekundarbereich II. Dies ist der schlechteste Wert aller Bundesländer. (Bundesdurchschnitt 9,5 %, bester Wert: Bayern 5,6 %). Der Bildungsstand der Bevölkerung ist zu niedrig: Beim Anteil der 25- bis unter 65-Jährigen ohne beruflichen Abschluss und ohne (Fach)Hochschulreife liegt das Saarland im Jahr 2016 mit 18,3 % auf dem viertletzten Platz (Bundesdurchschnitt 14,9 %, bester Wert Sachsen 4,1 %).

(Quelle: Sozialberichterstattung der amtlichen Statistik des Bundes und der Länder, Stand 29.08.2017 - www.amtliche-sozialberichterstattung.de)

Der letzte IGLU-Bericht unter Federführung des Dortmunder Schulforschers Wilfried Bos belegt erneut den Einfluss der sozialen Herkunft auf die Schulkarriere der Kinder. Arbeiterkinder haben es bei gleicher Intelligenz und gleicher Leseleistung bundesweit mehr als dreimal so schwer, von Lehrern für ein Gymnasium empfohlen zu werden, als Kinder aus der Oberschicht (IGLU 2016). Im Saarland ist der Einfluss der sozialen Herkunft im Bundesvergleich am größten; dort sind die Aussichten für Arbeiterkinder fast fünfmal geringer (IGLU Folgestudie 2010).

(Quelle: IGLU Studie 2016, erschienen 5.12.2017 und IGLU Folgestudie 2010, siehe auch http://www.spiegel.de/schulspiegel/wissen/0,1518,689511,00.html)

Saarländische Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen 9 und 10 haben laut dem „IQB-Ländervergleich 2012“ am Ende der Sekundarstufe I in den Fächern Mathematik, Biologie, Chemie und Physik im Mittel einen Lernrückstand von 1,5 - 2 Schuljahren auf die Spitze. Im Fach Mathematik erreichen sie nur „signifikant unterdurchschnittliche Kompetenzstände“ und liegen damit im Bundesvergleich auf Rang 13 (mit 489 Punkten; Bundesdurchschnitt 500, bester Wert Sachsen 536, wobei 25-30 Punkte = Lernzuwachs je Schuljahr). In den Fächern Biologie (Rang 11 mit 498 Punkten; Bundesdurchschnitt 500, bester Wert Sachsen 541), Chemie (Rang 11 mit 497 Punkten; Bundesdurchschnitt 500, bester Wert Sachsen 542) und Physik (Rang 12 mit 497 Punkten; Bundesdurchschnitt 500, bester Wert Sachsen 544) liegt das Saarland jeweils unter dem Bundesdurchschnitt im hinteren Mittelfeld.

(Quelle: IQB-Ländervergleich 2012, Mathematische und naturwissenschaftliche Kompetenzen am Ende der Sekundarstufe I, Oktober 2013)

Im Fach Englisch weichen die Verteilungen der Schülerinnen und Schüler im Saarland im Jahr 2015 am Ende der 9. Jahrgangsstufe teilweise signifikant vom bundesweiten Ergebnismuster ab. Im Leseverstehen ist der Anteil der Schülerinnen und Schüler, die den Mindeststandard verfehlen, signifikant höher (zweitletzter Platz mit 33,9%, bester Wert Bayern 22 %, Bundesschnitt 26,7%) und der Anteil der Schülerinnen und Schüler, die den Regelstandard erreichen oder übertreffen, geringer als in Deutschland insgesamt (zweitletzter Platz mit 34,9%, bester Wert Bayern 49,3 %, Bundesschnitt 40,9%). Im Bereich Hörverstehen ist der Anteil der Schülerinnen und Schüler, die den Mindeststandard verfehlen, höher (10. Platz mit 21,8%, bester Wert Schleswig-Holstein 9,9 %, Bundesschnitt 16,9%) und der Anteil der Schülerinnen und Schüler, die den Regelstandard erreichen oder übertreffen, signifikant geringer als in Deutschland insgesamt (viertletzter Platz mit 36,2%, bester Wert Bayern 52,4%, Bundesschnitt 44,1%).

(Quelle: IQB-Bildungstrend 2015. Sprachliche Kompetenzen am Ende der 9. Jahrgangsstufe im zweiten Ländervergleich, Oktober 2016)

e) Zu wenig mittlere Reife oder Abitur

Bei der Quote der Absolventen mit mittlerem Abschluss (mittlere Reife) liegt das Saarland im Jahr 2016 auf Rang 13 unter den Bundesländern (mit 34,7 %; Bundesdurchschnitt 43,2 %).
Bei der Quote der Absolventen mit Abitur (allgemeine Hochschulreife) liegt das Saarland auf dem 10. Platz (mit 34,6 %; Bundesdurchschnitt 34,7 %).

(Quelle: Statistisches Bundesamt „Bildung und Kultur“ Schuljahr 2016/17, Fachserie 11, Reihe 1, Tabelle 6.2, Dezember 2017)

Das Saarland liegt bei den höheren Schulabschlüssen der Erwachsenen zwischen 20 und 24 Jahren auf dem zweitletzten Platz unter den Bundesländern (mit 66,6 %; Bundesdurchschnitt 73,1 %).

(Quelle: Deutscher Lernatlas 2011, Kennzahl "Junge Erwachsene mit höherem Schulabschluss", http://www.deutscher-lernatlas.de)

Beim Anteil der Bevölkerung im Alter von 18 oder mehr Jahren mit mittlerem Abschluss (Realschulabschluss) liegt das Saarland im Jahr 2011 auf Rang 10 der Bundesländer (mit 20,2 %; Bundesdurchschnitt 22,4 %, bester Wert Schleswig-Holstein und Niedersachsen 29,3 %) und auf Rang 15 beim Anteil mit allgemeiner oder fachgebundener Hochschulreife (mit 16,6 %; Bundesdurchschnitt 21,1 %, bester Wert Berlin 35,2 %). 

(Quelle: Mikrozensus 2011, Jahresdurchschnitt, Stand 3.6.2013, Tabelle "Bevölkerung im Alter von 18 oder mehr Jahren in Privathaushalten am Ort der Hauptwohnung nach Merkmalen der Demographischen Standards - Bundesländer")

f) Zu geringer Anteil der Bevölkerung mit Hochschulabschluss bzw. Promotion

Im Jahr 2016 haben im Saarland nur 23% der 25- bis 64-Jährigen einen Hochschulabschluss bzw. eine Promotion; das ist die niedrigste Quote in Deutschland (Bundesdurchschnitt 28%; bester Wert Berlin 39% OECD: 36%). Nur 12% haben einen Bachelor oder gleichwertigen Abschluss (FH, Meister, Fachschule) (Bund: 15%, bester Wert Baden-Württemberg 18%;  OECD: 16%).

(Quelle: „Internationale Bildungsindikatoren im Ländervergleich – Ausgabe 2017“ der Statistischen Ämter des Bundes und der Länder, Oktober 2017, Tabelle A1.4a)

Im Jahr 2015 betrug der Anteil der Absolventen eines ingenieurwissenschaftlichen Studiums an allen Absolventen nur 8 %. Dies ist der niedrigste Wert aller Bundesländer (bester Wert Sachsen 32,2%, Bundesdurchschnitt: 20,5%). Auch beim Anteil der Absolventen in Mathematik, Naturwissenschaften und Informatik liegt das Saarland mit 10 % auf dem zweitletzten Platz (bester Wert Bremen 19,4%, Bundesdurchschnitt: 14,6%).

(Quelle: „Bildungsmonitor 2017“ des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln, Indikator Ingenieurabsolventen, Indikator MN-Absolventen)

g) Nur leichte Verbesserung bei den „Sitzenbleibern“, zu viele „Absteiger“

Unter den Ländern liegt das Saarland auf Platz 4 mit der Zahl an Schülern, die am Ende des Schuljahres das Klassenziel nicht erreichen. Im Saarland blieben im Schuljahr 2016/2017 insgesamt 1 260 Schüler sitzen. Dies entspricht einer Sitzenbleiberquote von 1,8% (Bundesdurchschnitt 2,3%).
Im Sekundarbereich II liegt das Land mit einer Wiederholerquote von 3,7% im Schuljahr 2016/2017 auf Platz 12 deutlich unter dem Bundesschnitt von 2,8% (bester Wert: Thüringen 1,8%).

(Nachweis: Statistisches Bundesamt „Bildung und Kultur“ Schuljahr 2016/17, Fachserie 11, Reihe 1, Tabelle 3.8, Dezember 2017)

Die 2012 veröffentlichte Studie der Bertelsmann Stiftung zur Durchlässigkeit der Schulsysteme kommt zu dem Ergebnis: „In keinem anderen Bundesland verlassen anteilig so viele Schüler das Gymnasium vor Klasse zehn wie im Saarland. Aus jeder Klasse an saarländischen Gymnasien sind im Schuljahr 2010/11 durchschnittlich 1,3 Schüler auf eine niedrigere Schulform gewechselt. In keinem anderen Bundesland haben in dem Schuljahr anteilig so viele Schüler das Gymnasium verlassen. Auf einen Aufsteiger kamen im Saarland somit 4,6 Absteiger – ein im Bundesländervergleich ungünstiges Verhältnis.“

(Nachweis: Zitat aus der Studie der Bertelsmann Stiftung „Schulformwechsel in Deutschland -  Durchlässigkeit und Selektion in den 16 Schulsystemen der Bundesländer innerhalb der Sekundarstufe I“, November 2012)

h) Ausländische Schüler benachteiligt

Im Saarland erreichen im Jahr 2016 nur 28,7% der ausländischen Schüler, die eine Schule abschließen, den mittleren Bildungsabschluss. Das ist der drittletzte Platz in Deutschland (Bundesdurchschnitt 40,8%, an der Spitze Hessen 48,8%, Baden-Württemberg 47,5%, Niedersachsen 47,4%).
Nur 12,3% der ausländischen Schüler, die eine Schule abschließen, erreichen das Abitur. Damit liegt das Saarland auf Platz 13 aller Länder (Bundesdurchschnitt 16,4%, an der Spitze Hamburg 36,8%, Berlin 31,6%, Mecklenburg-Vorpommern 29,7%).

(Quelle: Statistisches Bundesamt „Bildung und Kultur“ Schuljahr 2016/17, Fachserie 11, Reihe 1, Tabelle 6.2, Dezember 2017)

i) Schlechtes ganztagsschulisches Angebot

Das Saarland liegt beim Angebot an echten allgemein bildenden Ganztagsschulen weiterhin zurück. Im Schuljahr 2015 lag das Saarland beim Anteil von SchülerInnen im echten Ganztagsbetrieb an allgemein bildenden Schulen mit 8,2 % auf dem drittletzten Platz im Bundesländergleich (Spitze: Bremen 31,8%, Bundesschnitt: 18,7%).
Bezogen auf die Schulformen lag das das Saarland im Schuljahr 2015 bei Grundschulen (mit 4,5%; Bundesschnitt 6,4%) auf dem viertletzten Platz, in der Sekundarstufe 1 der Gemeinschaftsschulen (mit 16,7%, Bundesschnitt 60,9%) und der Sekundarstufe 1 der Gymnasien (mit 3,2%; Bundesschnitt 11,5%) auf dem jeweils zweitletzten Platz.

(Quelle: KMK, „Datensammlung Allgemeinbildende Schulen in Ganztagsform in den Ländern in der Bundesrepublik Deutschland 2011 - 2015“, 8. August 2017)

Selbst unter Berücksichtigung der unechten Ganztagsschulen (der sogenannten „freiwilligen Ganztagsschulen“), die lediglich eine Betreuung anbieten, hat das Saarland Aufholbedarf. So kommt der Bildungsmonitor 2017 des Instituts der deutschen Wirtschaft zu dem Ergebnis: „Beim Anteil der Schüler an Ganztagschulen im Sekundarbereich I erzielte das Saarland einen deutlich unterdurchschnittlichen Wert. Während 2015 im Bundesdurchschnitt 41,5 Prozent aller Kinder im Sekundarbereich I ganztags betreut wurden, waren es im Saarland nur 21,8 Prozent.“ (an der Spitze Hamburg 94,8%, Schlusslicht Bayern 17,2%).

(Zitat aus dem „Bildungsmonitor 2017“ des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln, Indikator Ganztagsschüler Sek I )

j) Lehrerschaft überlastet und überaltert

Im Saarland ist der Anteil der Lehrerinnen und Lehrer, die aufgrund von Dienstunfähigkeit im Jahr 2015 vorzeitig in Pension gingen, mit 23,8 % der höchste von allen Bundesländern (niedrigste Pensionierungsrate wegen Dienstunfähigkeit Baden-Württemberg 7,7%, Bundesdurchschnitt 12%). Viele Lehrer im Saarland sind nah an der Pensionsgrenze.

(Nachweis: Statistisches Bundesamt, Fachserie 14 Reihe 6.1, Versorgungsempfänger des öffentlichen Dienstes, Tabelle IV-8a Versorgungszugänge von Empfängern und Empfängerinnen von Ruhegehalt im Schuldienst des Landesbereiches je Bundesland. Stand 15. Dezember 2016)

Fast ein Drittel der Lehrer an allgemein bildenden Schulen ist älter als 50 Jahre (32,3%).

(Quelle: Statistisches Bundesamt „Bildung und Kultur“ Schuljahr 2016/17, Fachserie 11, Reihe 1, Tabelle 7.3, Dezember 2017)

Noch gravierender zeigt sich das Problem an den beruflichen Schulen: Im Schuljahr 2016/17 waren 43,6% über 50 Jahre alt. Da in den kommenden Jahren viele der älteren Lehrer in Pension gehen werden, steht das Saarland vor einem großen Problem – der Bedarf an jungen Ersatzkräften ist immens.

(Nachweis: Statistisches Bundesamt „Bildung und Kultur“ Schuljahr 2016/17, Fachserie 11, Reihe 2, Tabelle 5.3, Oktober 2017)

Im Jahr 2015 verzeichnete das Saarland mit 23,8 % die höchste Quote bei den Versorgungszugängen wegen Dienstunfähigkeit (Baden­Württemberg: 7,7%, Bundesdurchschnitt: 11,8%).

(Quelle: „Bildungsmonitor 2017“ des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln, Indikator Dienstunfähigkeitslast)

k) Geringster Anteil pädagogischer Fachkräfte mit Fachschulabschluss sowie des hochschulausgebildeten Personals unter den westlichen Bundesländern

Der Anteil der MitarbeiterInnen an Kindertagesstätten mit einem akademischen Abschluss an allen Kita-MitarbeiterInnen ist im Saarland im Jahr 2016 mit 3,4 % der niedrigste aller Bundesländer (bester Wert Hessen 11,2 %, Bundesdurchschnitt 6.4 %).

(Quelle: „Bildungsmonitor 2017“ des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln, Indikator Akademisierungsgrad Personal Kitas)

Das Saarland hat unter allen Bundesländern in der frühkindlichen Bildung den niedrigsten Anteil pädagogischer Fachkräfte mit Hochschulabschluss. In der frühkindlichen Förderung war 2015 der Anteil der akademisch ausgebildeten Kräfte in den Kitas mit 3,2% bundesweit der niedrigste Wert (Bundesdurchschnitt: 6,1%, bester Wert: Hessen 10,7%). Nur 68,1% haben einen Fachschulabschluss als Erzieher (Bundesdurchschnitt: 70,3%, bester Wert: Mecklenburg-Vorpommern 92,7%).

(Nachweis: Studie „Bildung in Deutschland 2016“ der Autorengruppe Bildungsberichterstattung im Auftrag der Kultusministerkonferenz und des Bundesbildungsministeriums, Tab. C4-20web und C4-21web, Juni 2016)

l) Zu wenig Personal in Kitas: Schlechtestes Betreuungsverhältnis für Kinder ab drei Jahren unter den westlichen Bundesländern

Der von der Bertelsmann Stiftung veröffentlichte „Ländermonitor Frühkindliche Bildungssysteme“ verweist auf gravierende Mängel in der frühkindlichen Bildung im Saarland. Die Bertelsmann Stiftung wörtlich: „In der frühkindlichen Bildung bleibt gute Qualität oftmals auf der Strecke, weil viele Kindertageseinrichtungen nicht genügend Erzieherinnen haben. Die Personalschlüssel für Kitas in Saarland weichen teilweise erheblich von einem kindgerechten und pädagogisch sinnvollen Betreuungsverhältnis ab.“ denn „Im Saarland ist eine Erzieherin für 3,7 Kinder zuständig - das ist leicht besser als im westlichen Durchschnitt, allerdings schlechter als von der Bertelsmann Stiftung empfohlen. Ungünstiger sind die Betreuungsverhältnisse im Saarland für Kinder ab drei Jahren: In dieser Altersgruppe ist eine Erzieherin durchschnittlich für 10,1 Kinder zuständig, dies sind fast drei Kinder mehr als von der Bertelsmann Stiftung empfohlen. Schlechter ist der Personalschlüssel für diese Altersgruppe in keinem anderen westlichen Bundesland. Das statistische Betreuungsverhältnis sieht im Kita-Alltag sogar noch ungünstiger aus. Weil eine Erzieherin aufgrund von Teamgesprächen, Fortbildung und Urlaub höchstens 75 Prozent ihrer Arbeitszeit für pädagogische Arbeit nutzen kann, betreut sie im Saarland tatsächlich 13,5 Kinder. Vorzeigeländer sind Bremen (1 zu 7,7) und Baden-Württemberg (1 zu 8).“

(Zitate aus dem „Ländermonitor Frühkindliche Bildungssysteme 2014 - Saarland“ der Bertelsmann Stiftung vom 25.7.2014)

Das Saarland stagniert auf diesem Niveau, denn 2017 schreibt die Stiftung: „Ein wichtiges Merkmal für die strukturelle Qualität stellt der Personalschlüssel in KiTas dar. Im SL werden 2016 in Krippengruppen rein rechnerisch 3,8 ganztags betreute Kinder von einer vollzeitbeschäftigten Fachkraft betreut, eine geringfügige Verschlechterung gegenüber 2012 (1 : 3,6). Im Kindergartenbereich dagegen liegt der Personalschlüssel bei 1 : 9,8 und hat sich damit seit 2012 (1 : 10,0) leicht verbessert.“ Und: “Wesentliche Voraussetzung für eine gute KiTa-Qualität ist eine quantitativ ausreichende Ausstattung mit qualifiziertem Personal. Das SL erreicht allerdings noch nicht die von der Bertelsmann Stiftung empfohlenen Werte für ein kindgerechtes Betreuungsverhältnis von 1 : 3 bei den Krippenkindern und 1 : 7,5 bei den Kindergartenkindern. Um die Empfehlung umzusetzen, fehlen im SL aktuell 1.301 vollzeitbeschäftigte Fachkräfte. Dies würde nach Berechnungen der Bertelsmann Stiftung zusätzlich rund 59 Millionen Euro pro Jahr kosten.“

(Zitate aus dem „Ländermonitor Frühkindliche Bildungssysteme 2017 - Saarland“ der Bertelsmann Stiftung vom 28.08.2017)