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Eltern: Mehr in berufliche Schulen investieren, höhere Wertschätzung nötig!

Zum heutigen (16.4.2018) Auftakt der „Woche der beruflichen Bildung“ hat die Landeselterninitiative für Bildung auf die Aussage der Frau des Bundespräsidenten und - mit ihm - Schirmherrin dieser Woche aufmerksam gemacht, die festgestellt habe: "Meiner Wahrnehmung nach erhalten Berufsschulen und Lehrberufe nicht die Wertschätzung, die ihnen gebührt." (Interview mit dem Handelsblatt am 29.3.2018)

Die Elterninitiative sieht für das Saarland die dringende Notwendigkeit, mehr in die beruflichen Schulen zu investieren, und belegt ihre Forderung auch mit Zahlen aus öffentlich zugänglichen Quellen.
Bei den Ausgaben je Schüler an den beruflichen Schulen liege das Saarland auf dem drittletzten Platz aller Bundesländer (mit 4 200 Euro/Jahr; Bundesschnitt 4 700 Euro; Spitze Thüringen 6 700 Euro). Betrachte man die erteilten Unterrichtstunden je Schüler und die Schüler-Lehrer-Relation bei den beruflichen Vollzeitschulen, dann sei das Saarland Schlusslicht unter den Bundesländern.(Quellen: Statistisches Bundesamt, „Bildungsausgaben - Ausgaben je Schülerin und Schüler 2015“, 22. Februar 2018, und Statistisches Bundesamt „Bildung und Kultur“ Schuljahr 2016/17, Fachserie 11, Reihe 2, Tabelle 1.2, Oktober 2017).
Die mangelnden Investitionen führten zwangsläufig, so die Eltern, zu Benachteiligungen junger Menschen in der Qualifikation. So sei im Saarland an beruflichen Schulen die Quote der Ausbildungsabbrüche mit 32,5 % schlechter als der Bundesdurchschnitt (Bundesdurchschnitt 27,5 %, bester Wert Baden-Württemberg 23,4 %). Die Erfolgsquote bei den Prüfungen der dualen Ausbildung liege mit 85,6 % niedriger als im Bundesdurchschnitt (90,0 %). Und beim Anteil erfolgreicher Absolventen von Berufsfachschulen, Fachoberschulen und Fachschulen an allen Abgängern dieser Einrichtungen liege das Saarland mit 80,6 % auf dem viertletzten Platz (Bundesdurchschnitt 80,5 %, bester Wert Hessen 95,7 %). (Quelle: „Bildungsmonitor 2017“ des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln, Indikator Anteil vorzeitig aufgelöster Ausbildungsverträge, Indikator Erfolgreiche Absolventen beruflicher Vollzeitschulen)
Und schließlich habe das Saarland mit 16 % den dritthöchsten Anteil junger Erwachsener im Alter von 20 bis 34 Jahre ohne abgeschlossene Berufsausbildung (Bundesdurchschnitt 13,4 %, bester Wert Sachsen 7,6 %). (Quelle: „Datenreport zum Berufsbildungsbericht 2017“ des Bundesinstitut für Berufsbildung, Tabelle A11.2-3: 20- bis 34-Jährige ohne Berufsabschluss nach Ländern 2013 bis 2015, April 2017) Nach dem „Ländermonitor berufliche Bildung 2017“ der Bertelsmann Stiftung, (Dezember 2017) gehöre das Saarland "zu den westdeutschen Flächenländern, in denen der Anteil an Ausbildungsabsolventen zwei Jahre nach Ausbildungsabschluss im Leistungsbezug, auf Arbeitssuche oder in einer weiteren Maßnahme der Arbeitsmarktintegration mit ca. 10 % am höchsten ausfällt“.