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Probleme an Schulen; Eltern sehen eigene Verantwortung und fordern mehr Schulsozialarbeit

(zu den Berichten über Briefe aus Schulen an das Bildungsministerium)
24.04.2018, Medienmitteilung

Die Landeselterninitiative für Bildung wirft der Landesregierung vor, die soziale Arbeit an Schulen sträflich zu vernachlässigen. Ihr fehle bei allen Lippenbekenntnissen der Wille, für mehr Personal in der Schulsozialarbeit landesseits zu sorgen und auch die Landkreise entsprechend zu unterstützen. Sogar der Landesrechnungshof habe in seinem Bericht 2016 (S. 172 ff) der Regierung als Hausaufgabe aufgeschrieben, "soziale Arbeit an Schulen muss im Schulrecht sowie in den jugendhilferechtlichen Landesbestimmungen als Regelleistung verankert werden... Der Rechnungshof erwartet vom Land künftig eine stärkere und umfassendere Wahrnehmung seiner Planungs- und Steuerungsverantwortung... Das Land ist bei seiner Förderung und Unterstützung der Weiterentwicklung der Jugendhilfe ausdrücklich verpflichtet, auf einen gleichmäßigen Ausbau hinzuwirken."  Bisher sei keine Verbesserung in Aussicht. Es müsse endlich, so die Landeselterninitiative, an allen Schulen wirkungsvolle soziale Arbeit als Beitrag zur Schulentwicklung gewährleistet werden, damit alle Kollegien, Schüler und ihre Eltern sowohl mit Angeboten der Jugendarbeit, präventiven Maßnahmen als auch in akuten Problemsituationen erreicht und unterstützt werden können.
Die Verantwortung für Schulsozialarbeit liegt beim Sozialministerium, denn für Jugendarbeit, Jugendsozialarbeit und erzieherischen Kinder- und Jugendschutz sind die örtlichen Jugendhilfeträger (Jugendämter) und auf Landesebene die Oberste Landesjugendbehörde zuständig.

Die Landeselterninitiative sieht aber auch, dass "Respektlosigkeit, Aggressivität und Gewalt von Kindern auch Folgen von mangelnder Anerkennung, Anregung und Anleitung in der Erziehung sind. Dafür tragen wir Eltern eine ganz wesentliche Verantwortung. Und der müssen wir nachkommen. Immer wieder thematisieren wir dies dort, wo wir in Elternvertretungen an den Schulen tätig sind, und bemühen uns, beim Zugang zu Eltern, die sich für die Schulentwicklung ihrer Kinder nicht interessieren, zu helfen." Eine große Herausforderung für die Schulen sei es ohne Zweifel, verstärkt die Schülereltern in den Erziehungsauftrag mit einzubinden. Auch dafür brauchten sie personelle Verstärkung.

Aber auch auf die sozialen und gesellschaftlichen Auslöser von Gewalt, die politisch bewältigt werden müssten, macht die Elterninitiative aufmerksam: Armut, schlechte Wohnungsbedingungen, als ungerecht und aussichtslos empfundene Chancenstrukturen, mangelnde soziale Integration. Es seien sowohl bei den deutschen wie bei den zugewanderten und ausländischen Jugendlichen die wirtschaftlich und bildungsmäßig benachteiligten Gruppen, die das höchste Ausmaß von Gewalt zeigten. Nach Untersuchungen von Prof. Dr. Klaus Hurrelmann, Sozial- und Gesundheitswissenschaftler, sei aggressives oder delinquentes Verhalten in der Schule zwar vielfach der Endpunkt einer langen Kette von Belastungen. Ihre Begleiterscheinungen aber seien Leistungsversagen, schlechter schulischer Leistungsstand, häufige Versetzungsgefährdungen, Klassenwiederholungen und ein Zurückbleiben hinter den eigenen und/oder elterlichen Erwartungen.