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Kleinere Klassen - Mehr Zeit und Raum

Analyse

 

Die Betreuungssituation und damit auch die Möglichkeit des individuellen Lernens und Förderns ist für die Schüler im Saarland im Vergleich zu den anderen Bundesländern wegen einer unzureichenden Personalausstattung der Erweiterten Realschulen und Gesamtschulen (Sekundarstufe I) sehr ungünstig: Gymnasien: 25,4 Schüler je Klasse = 6. Platz unter den Bundesländern; Erweiterte Realschulen: 22,0 = Mittelfeld; Gesamtschulen 26,0 = viertletzter Platz.

Bei den „erteilten Unterrichtstunden“ je Schüler liegt das Saarland bei den Grundschulen auf Platz 8 unter den Bundesländern, bei den Gesamtschulen auf Platz 11 von 15; bei den Gymnasien auf Platz 14 und den Erweiterten Realschulen auf Platz 10 von 13.

(Quelle: Statistisches Bundesamt „Bildung und Kultur“ Schuljahr 2012/13, Fachserie 11, Reihe 1, Tabellen 1.2, 2.2 und 3.5,  November 2013)

Das Saarland hat 2011 an beruflichen Teilzeitschulen mit 40,7 Schülern pro Lehrer bundesweit die zweitschlechteste Schüler-Lehrer-Relation (Bundesdurchschnitt 36,2 %, bester Wert Thüringen 24,4, am Ende Niedersachsen 40,8).

(Quelle: „Bildungsmonitor 2013“ des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln, Indikator Schüler-Lehrer-Relation (duales System))

Bei den erteilten Unterrichtstunden je Schüler liegt das Saarland bei den beruflichen Vollzeitschulen auf dem letzten Platz unter den Bundesländern. An beruflichen Vollzeitschulen kommen auf einen Lehrer rechnerisch rund 18 Schüler, der schlechteste Wert in Deutschland (Bundesdurchschnitt: 13,9).

(Nachweis: Statistisches Bundesamt „Bildung und Kultur“ Schuljahr 2012/13, Fachserie 11, Reihe 2, Tabelle 1.2, Februar 2014)

Im Vergleich zum Schuljahr 2004/05 - dem letzten Jahr vor der Schließung von Grundschulen - sind die Klassen an Grundschulen im Schuljahr 2011/12 deutlich größer. So hat der Anteil der Klassen mit 21 bis 25 Schülern um 23,9 % zugenommen (von 713 bei insges. 2016 auf 658 bei insges. 1501), bei Klassen mit 26 und mehr Schülern beträgt die Zunahme 41,7 % (von 109 bei insges. 2016 auf 115 bei insges. 1501).

(Nachweis: Statistisches Amt Saarland, Sonderheft Allgemein bildende Schulen im Schuljahr 2011/12, vorläufige Zahlen, Tabelle 1.5, März 2012)

In der Sekundarstufe I haben im Schuljahr 2011/12 im Saarland 55,9 % der Klassen an Gymnasien und 66,0 % der Klassen an Gesamtschulen 26 und weit mehr Schüler.

(Nachweis: Statistisches Amt Saarland, Sonderheft Allgemein bildende Schulen im Schuljahr 2011/12, vorläufige Zahlen,  Tabellen 6.3 und 7.3, März 2012)

Unser Ziel: Kleinere Klassen im Saarland!

Schule ist während der letzten Jahre schwieriger geworden. Unordnung und Unzufriedenheit haben zugenommen, Merkfähigkeit und Konzentration nachgelassen. Das Leben im Informationszeitalter ist anstrengender geworden. Wissensinhalte auszuwählen, zu sortieren, aufzunehmen und zu verarbeiten, erfordert Zeit und Geistesanstrengung. Pädagogisch fragwürdige Medieninhalte, eine Vielfalt von Reizen, die permanent auf sie eindringen, wirken sinnlich belastend auf Kinder und Jugendliche. In großen Lerngruppen verdichten sich die Probleme und sind dauerhafte Störungen virulent.

Im Saarland müssen wir die zurückgehenden Schülerzahlen dazu nutzen, sowohl an den Grundschulen als auch an den weiterführenden Schulen  kleinere Klassen einzurichten. In kleinen Klassen entwickelt sich ein besseres Sozial-, Arbeits- und Lernklima; es bestehen mehr Raum und Zeit für persönliche Entfaltung und persönliches Engagement - sowohl für Schüler als auch für Lehrer. In kleineren Klassen werden Lerndefizite und individuelle Probleme von Schülern rascher und klarer erkannt, sie können umfassender und gründlicher aufgearbeitet werden. Der Unterricht gewinnt an Intensität und Qualität. Lehrer werden deutlich entlastet. Sie können mehr zum beratenden und fördernden Begleiter werden, können ihn individualisierender gestalten. Elemente, die eine gute Schule ausmachen, können stärker zum Tragen kommen, z.B. innere Differenzierung durch differenzierteres Unterrichtsmaterial, z.B. eine Klassenführung, die auf eine Erhöhung der aktiven Lernzeit ausgerichtet ist.

Dokumente zum Download

Empirische Studien zur Bedeutung der Klassengröße für Schulleistungen (Zusammenfassung)

Dr. Fritz Haselbeck, Universität Passau, Aspekte der Klassengröße im Urteil von Hauptschullehrerinnen und Hauptschullehrern, Eine empirisch qualitative Untersuchung, 2005

Dr. Grit im Brahm, Ruhr-Universität Bochum;  Kleine Klassen - große Klasse? Eine empirische Studie zur Bedeutung der Klassengröße für Schule und Unterricht, 2005

Kleine Klassen, Große Klasse; Argumente der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) für einen sachlichen Umgang mit einer umstrittenen FrageQualität von Unterricht und Schulleben in (kleinen) Grundschulen;  Ergebnisse eines Modellversuchs.