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Kleinere Klassen - Mehr Zeit und Raum

 

Analyse

Verbesserungsbedürftig ist weiterhin die Betreuungssituation und damit auch die Möglichkeit des individuellen Lernens und Förderns. Bei den erteilten Unterrichtstunden je Schüler liegt das Saarland bei den Grundschulen auf Platz 5, aber bei den Gemeinschaftsschulen nur auf Platz 13 unter den Bundesländern, bei den Gymnasien auf Platz 8.
Bei den Klassengrößen zeigt sich: Grundschulen: 20,7 Schüler je Klasse = 9. Platz unter den Bundesländern; Gymnasien: 25,0 = 5. Platz; Gemeinschaftsschulen 23,8 = 11. Platz.  

(Quelle: Statistisches Bundesamt „Bildung und Kultur“ Schuljahr 2016/17, Fachserie 11, Reihe 1, Tabellen 1.2, 2.2 und 3.5,  Dezember 2017)

In der Sekundarstufe I haben im Schuljahr 2017/18 im Saarland 41,3 % der Klassen an Gymnasien und 40,1 % der Klassen an Gemeinschaftsschulen 26 und mehr Schüler.

(Nachweis: Statistisches Amt Saarland, Sonderheft Allgemein bildende Schulen im Schuljahr 2017/18, Tabellen 3.3 und 7.3, Stand 6.12.2017)

Bei den erteilten Unterrichtstunden je Schüler liegt das Saarland bei den beruflichen Vollzeitschulen auf dem letzten Platz unter den Bundesländern. An beruflichen Vollzeitschulen kommen auf einen Lehrer rechnerisch 16,2 Schüler, der schlechteste Wert in Deutschland (Bundesdurchschnitt: 14).

(Nachweis: Statistisches Bundesamt „Bildung und Kultur“ Schuljahr 2016/17, Fachserie 11, Reihe 2, Tabelle 1.2, Oktober 2017)

Das Saarland hat 2015 an seinen Hochschulen mit 22,1 Studierenden pro Lehrkraft (Professoren, Lehrbeauftragte, etc.) bundesweit die zweitschlechteste Betreuungsrelation (bester Wert Baden-Württemberg 9,9, am Ende Nordrhein-Westfalen 26,0).

(Quelle: „Bildungsmonitor 2017“ des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln, Indikator Betreuungsrelation Hochschule)

Unser Ziel: Kleinere Klassen im Saarland!

Schule ist während der letzten Jahre schwieriger geworden. Unordnung und Unzufriedenheit haben zugenommen, Merkfähigkeit und Konzentration nachgelassen. Das Leben im Informationszeitalter ist anstrengender geworden. Wissensinhalte auszuwählen, zu sortieren, aufzunehmen und zu verarbeiten, erfordert Zeit und Geistesanstrengung. Pädagogisch fragwürdige Medieninhalte, eine Vielfalt von Reizen, die permanent auf sie eindringen, wirken sinnlich belastend auf Kinder und Jugendliche. In großen Lerngruppen verdichten sich die Probleme und sind dauerhafte Störungen virulent.

Im Saarland müssen wir die zurückgehenden Schülerzahlen dazu nutzen, sowohl an den Grundschulen als auch an den weiterführenden Schulen  kleinere Klassen einzurichten. In kleinen Klassen entwickelt sich ein besseres Sozial-, Arbeits- und Lernklima; es bestehen mehr Raum und Zeit für persönliche Entfaltung und persönliches Engagement - sowohl für Schüler als auch für Lehrer. In kleineren Klassen werden Lerndefizite und individuelle Probleme von Schülern rascher und klarer erkannt, sie können umfassender und gründlicher aufgearbeitet werden. Der Unterricht gewinnt an Intensität und Qualität. Lehrer werden deutlich entlastet. Sie können mehr zum beratenden und fördernden Begleiter werden, können ihn individualisierender gestalten. Elemente, die eine gute Schule ausmachen, können stärker zum Tragen kommen, z.B. innere Differenzierung durch differenzierteres Unterrichtsmaterial, z.B. eine Klassenführung, die auf eine Erhöhung der aktiven Lernzeit ausgerichtet ist.

Dokumente zum Download

Empirische Studien zur Bedeutung der Klassengröße für Schulleistungen (Zusammenfassung)

Dr. Fritz Haselbeck, Universität Passau, Aspekte der Klassengröße im Urteil von Hauptschullehrerinnen und Hauptschullehrern, Eine empirisch qualitative Untersuchung, 2005

Dr. Grit im Brahm, Ruhr-Universität Bochum;  Kleine Klassen - große Klasse? Eine empirische Studie zur Bedeutung der Klassengröße für Schule und Unterricht, 2005

Kleine Klassen, Große Klasse; Argumente der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) für einen sachlichen Umgang mit einer umstrittenen FrageQualität von Unterricht und Schulleben in (kleinen) Grundschulen;  Ergebnisse eines Modellversuchs.